Neubau Volksschule Forach
Gut, dass es einen Neuanfang gibt und einen Schulbau, der um rund 20 Millionen Euro errichtet werden kann, statt für mehr als 30 Millionen.
Schade, dass so viel Geld versenkt wurde und Jahre verloren gegangen sind.
2021 kam die fatale Idee auf, eine Schule am denkbar ungünstigsten Standort der Stadt zu errichten. Die Bodenverhältnisse waren in einem geotechnischen Gutachten im selben Jahr klargestellt worden.
"Es wird empfohlen, das Untergeschoß so gering wie möglich in den Untergrund einzubinden (...) Von der Planung eines 2. Untergeschoßes wird aus geotechnischer Sicht abgeraten." Das schrieb das beauftragte geotechnische Büro.
Das ursprünglich für Schule gewidmete Grundstück nördlich des Karlsgrabens war in Privatbesitz und laut Bürgermeisterin nicht käuflich. Gleichzeitig wurde schnell klar, dass mit den Grundeigentümern nicht direkt verhandelt worden war. Doch statt hart zu verhandeln oder gute Alternativen zu suchen, begann die Planung für das Sumpfgrundstück zwischen Müllerbach und Karlesgraben.
Als Sieger aus dem Architekturwettbewerb ging ein Projekt hervor, das fünf Stockwerke in die Höhe und zwei in die Tiefe reichte:

Der damals für Schulen zuständige Stadtrat Martin Hämmerle (Grüne), von Beruf Architekt, durfte nicht Teil der Jury sein. Die Bürgermeisterin setzte durch, das der "Projekte-Stadtrat" Julian Fässler Jurymitglied wurde.

Wir Grüne hatten uns zuvor auf die Suche nach alternativen Grundstücken im Schulsprengel gemacht - und wurden fündig: Östlich des Schwefels hätte ein städtisches zusammen mit einem VOGEWOSI-Grundstück (allein zu klein für eine Wohnanlage) genügend Fläche aufgewiesen. Doch darauf ging die Bürgermeisterin nicht ein. Der ehemalige Merkur-Parkplatz an der Straße Wieden wäre gut geeignet gewesen, doch der Eigentümer wollte laut Verhandlern nur ein Baurecht einräumen, das wäre tatsächlich ungünstig gewesen. Per Flächentausch hätte die Stadt jedoch ausreichend große Anteile des Grundstücks zwischen Forachstraße und Müllerbach gleich östlich des Sumpfgrundstücks erwerben können. Doch dagegen verwehrten sich Vertreter der ÖVP vehement.
Und so nahm der kostspielige Fehlversuch seinen Lauf: Allein die Planungskosten für den Schulbau wurden mit 3,9 Mio Euro für den Generalplaner festgelegt. Die Beschlussvorlage sah eine Koppelung der Planungshonorare an die Baukosten vor. Das heißt, je höher die gesamten Baukosten sind, desto höher fällt auch die Bezahlung des Generalplaners aus. Das konnten wir Grüne verhindern. Wir sorgen dafür, dass es derartig falsche Anreize nie wieder geben wird.
Unser Video zum Thema Volksschule Forach 1:29
Durch Einsprüche der Nachbarn wurde die Rechtskraft des Baubescheids stark verzögert. Wichtigstes Argument der Nachbarn: Ihre Gebäude würden durch Bodenbewegungen in Mitleidenschaft gezogen und Risse bekommen. Doch wurde während der ganzen Zeit weiter geplant und die Planungsleistungen bezahlt.
Das Ergebnis sieht so aus:
- 2.863.431,94 Euro an Planungskosten hat die Stadt bereits bezahlt
- Ein weiterer Betrag gilt als "offenes Entgelt" für Planungsleistungen
- Keine Übergabe an die Nutzer im Herbst 2026, zwei weitere Jahre Ausweichschule
Fazit: Wir hätten einen Schulneubau günstiger und früher haben können. Doch wir sind froh, dass nun nicht im Sumpf gebaut werden wird. Das Gebäude, das nun auf dem Nachbargrundstück um etwa 20 Millionen geplant wird, soll ein Muster an Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit sein, ohne städtebauliche und architektonische Ansprüche zu vernachlässigen.
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